Mit den Jahren verändert sich jedes Tier. Vieles davon ist normal, manches sieht nur so aus und hat einen Grund, der sich behandeln lässt. Den Unterschied zu kennen, hilft Ihrem Tier – und nimmt Ihnen manche unnötige Sorge.
Normal sind ein grauer werdendes Gesicht, mehr und tieferer Schlaf und etwas weniger Lust auf wildes Spiel. Viele ältere Tiere hängen stärker an ihren Gewohnheiten als früher und brauchen nach Aufregung länger, um zur Ruhe zu kommen. Auch das Fell kann stumpfer werden, und manche Tiere frieren schneller und suchen sich lieber warme Plätze als früher. Solche Veränderungen kommen langsam und stören den Alltag kaum.
Auch Gehör und Augen lassen oft nach. Ein Hund, der nicht mehr kommt, wenn Sie rufen, ist dann nicht ungehorsam, sondern hört Sie vielleicht nicht mehr gut. Nähern Sie sich einem schlafenden älteren Tier so, dass es Sie bemerkt, bevor Sie es berühren – etwa mit einem leichten Auftreten, dessen Schwingung es im Boden spürt. So erschrickt es nicht und kann sich in seinem Zuhause weiter sicher fühlen.
Ansehen lassen sollten Sie Veränderungen, die schnell kommen oder den Alltag stören: wenn Ihr Tier deutlich mehr trinkt, abnimmt, obwohl es normal frisst, häufiger erbricht, aus dem Maul riecht oder plötzlich nicht mehr stubenrein ist. Hinter solchen Zeichen stecken oft Erkrankungen, die sich gut behandeln oder zumindest lindern lassen – aber nur, wenn jemand sie früh bemerkt und in die Praxis bringt.
Auch das Gehirn altert. Manche ältere Hunde und Katzen wirken verwirrt, stehen vor der falschen Tür, verirren sich in der Wohnung, laufen nachts unruhig umher oder rufen. Das ist kein Eigensinn, sondern kann ein Zeichen für nachlassende geistige Fähigkeiten sein. Sprechen Sie Ihre Tierarztpraxis darauf an: Feste Abläufe, Beschäftigung für den Kopf und manchmal eine Behandlung geben viel Lebensqualität zurück.
Wie der Alltag mit einem älteren Tier abwechslungsreich bleibt, lesen Sie unter Älter werdendes Tier.