Spaziergang mit Hund

Schnüffeln statt Strecke: der Spaziergang als Beschäftigung

Viele Hunde kommen von einer langen Runde zurück und finden trotzdem keine Ruhe. Oft fehlt ihnen nicht die Strecke, sondern die Zeit für die Nase. So gestalten Sie den Spaziergang, damit er Ihren Hund wirklich gut auslastet.

Warum Schnüffeln oft mehr auslastet als Kilometer

Ein Spaziergang ist für Ihren Hund mehr als Bewegung. Unterwegs liest er, was andere Tiere hinterlassen haben, und genau das macht ihn müde, im besten Sinn des Wortes.

Die Nase ist das wichtigste Sinnesorgan Ihres Hundes. Wenn er schnüffelt, sammelt er Nachrichten: wer hier vorbeikam und wie lange das her ist. Das zu lesen, fordert seinen Kopf mehr, als man von außen sieht. Ein ruhiger Spaziergang, auf dem er an Grasbüscheln, Wegrändern und Laternen verweilen darf, kann ihn deshalb besser auslasten als ein zügiger Marsch über die doppelte Strecke. Schnüffeln ist für ihn keine Trödelei, sondern Arbeit.

Geben Sie ihm dafür Zeit und Leine. Eine etwas längere Leine an einem gut sitzenden Geschirr lässt ihn schnüffeln, ohne dass er ständig am Hals zieht. Planen Sie Abschnitte ein, in denen er das Tempo bestimmt und stehen bleiben darf, so lange er möchte. Nehmen Sie ab und zu einen anderen Weg, denn neue Wege riechen neu, und schon die vertraute Runde in umgekehrter Richtung erzählt ihm eine andere Geschichte.

Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Welpen, ältere und unsichere Hunde brauchen kürzere Runden und mehr Pausen, und an heißen Tagen gehören die längeren Wege in die kühlen Morgen- und Abendstunden. Kommt Ihr Hund nach dem Spaziergang nicht zur Ruhe, war er oft eher überreizt als unterfordert. Dann hilft nicht die nächste Runde, sondern ein ruhiger Platz, an dem er das Erlebte verarbeiten kann.

Achten Sie darauf, wie sich Ihr Hund nach dem Spaziergang verhält: Wer sich entspannt hinlegt, hat genug bekommen. Wer unruhig bleibt, winselt oder herumläuft, braucht vielleicht weniger Reize oder mehr Zeit für die Nase. Wie viel Ihr Hund braucht, hängt von Alter, Rasse und Gesundheit ab. Probieren Sie in kleinen Schritten aus, was ihm guttut, und fragen Sie bei Zweifeln oder Veränderungen Ihre Tierarztpraxis.

Ein Hund, der schnüffeln durfte, kommt nicht erschöpft heim, sondern satt.

Liam David O'Connell-Peterson

  • AutorLiam David O'Connell-PetersonThe Product Excellence Forge

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