Wer online an Verbraucher verkauft, muss ihnen ein Widerrufsrecht einräumen und sie darüber richtig informieren. Das gilt auch im Marktplatz, denn dort verkaufen Sie im eigenen Namen. Wo es Ausnahmen gibt und worauf Sie bei Tierbedarf achten.
Verbraucher können einen Kauf im Internet innerhalb der gesetzlichen Frist widerrufen, ohne einen Grund zu nennen. Voraussetzung ist, dass Sie sie vor dem Kauf richtig über dieses Recht belehrt haben, mit einer Widerrufsbelehrung und einem Muster-Widerrufsformular. Fehlt die Belehrung oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich die Frist erheblich.
Das Widerrufsrecht gilt nicht für jede Ware. Ausgenommen sind etwa Waren, die schnell verderben können, und versiegelte Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn die Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde. Auch Waren, die nach Kundenwunsch angefertigt werden, etwa ein Halsband mit Namen, können ausgenommen sein.
Bei Tierbedarf ist die Grenze nicht immer eindeutig. Ein geöffneter Sack Trockenfutter ist nicht automatisch vom Widerruf ausgeschlossen, verderbliches Frischfutter dagegen eher. Verlassen Sie sich nicht auf Vermutungen: Formulieren Sie Ausnahmen in Ihrer Belehrung nur, wenn sie wirklich zutreffen, und lassen Sie Ihre Rechtstexte im Zweifel prüfen.
Kommt ein Widerruf, erstatten Sie den Kaufpreis und die Kosten der Standardlieferung zügig, spätestens innerhalb der gesetzlichen Frist. Da im Marktplatz über PayPal bezahlt wird, läuft die Erstattung grundsätzlich über denselben Weg. Um Erstattungen und die Provision geht es im Kapitel Erstattungen und Provision.
Impressum, Widerrufsbelehrung, Gewährleistung: was für Sie gilt, wenn Sie im eigenen Namen verkaufen.