Futterumstellung

Energie, Eiweiß, Zähne: wann eine Umstellung sinnvoll ist

Ob ein anderes Futter hilft, zeigt Ihr Tier selbst – an Gewicht, Muskeln, Zähnen und Appetit. Diese Zeichen sprechen für eine Umstellung, und so gehen Sie sie an, ohne Magen und Darm Ihres älteren Tieres unnötig zu belasten.

Was für einen Wechsel des Futters spricht

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung: Stimmt das Gewicht? Bleiben die Muskeln erhalten? Und kann Ihr Tier gut kauen? Wo eine davon mit Nein beantwortet wird, lohnt ein genauer Blick.

Viele ältere Hunde bewegen sich weniger und nehmen mit dem gewohnten Futter zu. Dann hilft oft schon eine kleinere Menge oder ein Futter mit weniger Energie, denn Übergewicht belastet Gelenke, Herz und Atmung. Schon etwas weniger Gewicht kann einem älteren Hund das Aufstehen erleichtern. Sehr alte Hunde und Katzen dagegen verlieren häufig Gewicht und Muskeln; sie brauchen eher mehr Energie und ein Futter, das sie gut verwerten und gern fressen.

Beim Eiweiß hält sich ein alter Rat hartnäckig: im Alter weniger. Für gesunde ältere Tiere gilt das nicht – ihre Muskeln brauchen ausreichend hochwertiges Eiweiß, sonst bauen sie schneller ab. Weniger Eiweiß oder Phosphor ist Sache der Tierarztpraxis, wenn sie eine Erkrankung festgestellt hat, etwa an den Nieren. Ohne diesen Befund sollten Sie beim Eiweiß nicht auf eigene Faust und nicht aus Vorsicht sparen.

Frisst Ihr Tier langsamer, lässt Futter fallen, kaut nur auf einer Seite oder riecht es stark aus dem Maul, stecken oft die Zähne dahinter. Das gehört in die Praxis, nicht nur in einen anderen Napf: Schmerzende Zähne lassen sich behandeln, und bei jeder Kontrolle sollten sie mit angesehen werden. Bis dahin kann weicheres Futter eine Brücke sein – eingeweichtes Trockenfutter oder Nassfutter, das Ihr Tier ohne Mühe fressen kann.

Wenn Sie umstellen, dann über etwa eine Woche: das neue Futter nach und nach unter das alte gemischt, jeden Tag ein wenig mehr. So hat der Magen Zeit, sich zu gewöhnen. Und Katzen müssen jeden Tag fressen: Frisst Ihre Katze zwei Tage nichts, gehört sie in die Tierarztpraxis – bei älteren Katzen lieber früher, denn sie haben wenig Reserven. Zeigt Ihr Tier Durchfall oder Erbrechen, gehen Sie einen Schritt zurück und lassen sich mehr Zeit.

Das beste Futter im Alter ist das, bei dem Ihr Tier munter bleibt.

Kenji Mateo Tanaka-Moreno

  • AutorKenji Mateo Tanaka-MorenoThe Harmony Lab

Das Tier zeigt, was es braucht

Was sich im Alter beim Füttern selbst alles ändern darf, lesen Sie unter Älter werdendes Tier.