Nicht jedes Anzeichen ist ein Notfall, aber manche sollten nicht bis nächste Woche warten. Diese Beschwerden gehören noch am selben Tag in die Praxis – oft lässt sich dann früher und leichter helfen, als wenn man zu lange abwartet.
Erbrechen oder Durchfall, die länger als einen Tag anhalten, gehören in die Praxis – bei Welpen, Kätzchen, sehr kleinen und alten Tieren schon früher, weil sie schneller austrocknen. Dasselbe gilt für Blut im Kot oder im Urin, für ein Tier, das kaum noch trinkt, und für einen Bauch, der bei Berührung schmerzt. Auch Fieber ohne erkennbaren Grund gehört dazu. Notieren Sie, wann es angefangen hat und wie oft es vorkommt.
Frisst eine Katze einen Tag lang nichts, ist das ein Grund zum Anruf: Katzen vertragen Hungern schlecht, ihre Leber kann schon nach wenigen Tagen ohne Futter ernsthaft Schaden nehmen. Das gilt besonders für übergewichtige Katzen. Bei einem erwachsenen Hund, der sonst munter ist, dürfen Sie einen, höchstens zwei Tage beobachten, solange er trinkt. Bei Welpen, Kätzchen und kranken oder alten Tieren warten Sie nicht so lange.
Lassen Sie auch diese Zeichen noch heute abklären: plötzlich sehr viel Durst, ein Auge, das trüb ist, tränt oder zugekniffen wird, eine Lahmheit, bei der Ihr Tier ein Bein gar nicht mehr belastet, eine Wunde, die klafft oder eitert, auch eine kleine Bisswunde bei Katzen, und Schmerzen, die sich zeigen, wenn Sie Ihr Tier anfassen. Augen sind besonders empfindlich – hier kann ein Tag Warten viel ausmachen.
Rufen Sie an, bevor Sie losfahren: Viele Praxen schätzen am Telefon ein, wie dringend es ist, und geben Ihnen einen passenden Termin. Nehmen Sie den Impfpass mit und alles, was Ihnen aufgefallen ist, gern auch Fotos oder ein kurzes Video. Je genauer Sie beschreiben, was Sie gesehen haben, desto gezielter kann die Praxis untersuchen und desto schneller wissen Sie, woran Sie sind. Und fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.
Wer Warnzeichen ernst nimmt, bevor sie sich verschlimmern, erspart seinem Tier oft einen schweren Verlauf.