Ein Hund, der Schmerzen hat, jault selten. Meist zeigt er sie im Alltag – beim Aufstehen, an der Treppe, beim Fressen oder in seiner Stimmung. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, erkennen Sie die leisen Zeichen früh.
Achten Sie darauf, wie Ihr Hund aufsteht und losgeht. Braucht er nach dem Liegen ein paar Schritte, bis er rund läuft, zögert er vor der Treppe oder dem Sprung ins Auto, oder bleibt er auf dem Spaziergang öfter zurück, ist das kein Faulsein – oft stecken schmerzende Gelenke dahinter. Auch eine veränderte Art zu sitzen oder zu liegen, etwa schief, mit gestrecktem Bein oder nur noch auf einer Seite, kann darauf hinweisen.
Schmerz verändert auch das Verhalten. Manche Hunde werden unruhig und finden nachts keine Ruhe, hecheln, obwohl es nicht warm ist, oder lecken immer wieder an derselben Stelle. Andere ziehen sich zurück, spielen weniger oder reagieren gereizt, wenn man sie an einer bestimmten Stelle berührt. Ein Knurren beim Hochheben oder Bürsten ist oft kein Ungehorsam, sondern eine deutliche Bitte, vorsichtig zu sein.
Auch weniger Appetit kann ein Zeichen sein, etwa wenn Zähne oder Zahnfleisch schmerzen. Achten Sie darauf, ob Ihr Hund zögernd frisst, Futter fallen lässt, einseitig kaut oder nur noch Weiches nimmt. Und manchmal zeigt sich Schmerz im Gesicht: ein angespannter Blick, zurückgelegte Ohren, eine gerunzelte Stirn. Wer seinen Hund gut kennt, sieht solche kleinen Veränderungen oft schon, bevor er sie benennen kann.
Jedes dieser Zeichen allein ist ein Grund, genauer hinzusehen – mehrere zusammen sind ein Grund für die Tierarztpraxis. Warten Sie nicht, bis Ihr Hund lahmt: Schmerzen im Alter lassen sich heute gut behandeln, und je früher sie erkannt werden, desto mehr Lebensqualität gewinnt Ihr Hund zurück. Ein Hund ohne Schmerzen ist oft wie ausgewechselt – verspielter, geduldiger und wieder gern mit Ihnen unterwegs.
Was Sie tun können, wenn Sie Schmerzen vermuten, und was Sie nie tun sollten, lesen Sie unter Älter werdendes Tier.