Katzen sind Meisterinnen im Verbergen. Schmerzen zeigen sie selten offen, denn in der Natur wäre Schwäche gefährlich. Aber sie ändern ihren Alltag, ihre Gewohnheiten und sogar ihr Gesicht – und das lässt sich mit etwas Übung sehen.
Springt Ihre Katze nicht mehr auf ihren Lieblingsplatz, nimmt sie lieber den Umweg über den Stuhl, oder springt sie zögerlich und landet schwerfällig, sind oft die Gelenke der Grund. Viele ältere Katzen haben Arthrose, ohne dass es jemand bemerkt, weil sie sich einfach anpassen. Auch Treppen, die sie langsamer nimmt, oder ein Schlafplatz, den sie plötzlich wechselt, können ebenfalls darauf hinweisen.
Auch die Fellpflege verrät viel: Wird das Fell am Rücken oder an den Hinterbeinen stumpf oder verfilzt, erreicht Ihre Katze diese Stellen vielleicht nicht mehr ohne Schmerz. Manche Katzen putzen dagegen eine Stelle auffällig oft, bis das Fell dünn wird. Geht sie neben das Katzenklo, kann ein zu hoher Rand schuld sein, über den sie nicht mehr bequem steigt – das ist dann kein Protest, sondern ein Zeichen für Schmerz.
Achten Sie auf ihr Verhalten: Eine Katze, die sich häufiger zurückzieht, weniger spielt, Berührungen meidet oder beim Hochheben faucht, sagt damit oft mehr, als sie zeigen würde. Auch weniger Appetit, ein veränderter Schlaf oder ein Rückzug an ungewohnte Orte gehören zu den Zeichen, die Sie ernst nehmen sollten, besonders wenn sie länger als ein, zwei Tage anhalten. Gerade eine Veränderung im gewohnten Verhalten sagt oft am meisten.
Selbst im Gesicht lässt sich Schmerz lesen: halb geschlossene oder zusammengekniffene Augen, nach außen gedrehte Ohren, eine angespannte Schnauze, ein gesenkter Kopf. Sehen Sie mehrere dieser Zeichen, lassen Sie Ihre Katze in der Tierarztpraxis ansehen. Schmerzen bei Katzen lassen sich heute gut behandeln – vorausgesetzt, jemand bemerkt sie rechtzeitig und nimmt sie ernst. Fragen Sie in der Praxis ruhig nach, ob Schmerzen der Grund sein könnten.
Was jetzt hilft und warum Schmerzmittel für Menschen tabu sind, lesen Sie unter Älter werdendes Tier.